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Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

Ich mochte den Schreibstil vom österreichischen Autor Gerhard Jäger (1966-2018) sehr. Es war sein Debütroman und nachdem er leider früh verstorben ist, gab es nur noch ein zweites Buch (All die Nacht über uns) von ihm, welches ich sicher auch noch lesen werde. Nachdem er 2007 einen Unfall hatte und danach querschnittgelähmt war, schrieb er beide Bücher mittels eines Sprachcomputers. So steht es zumindest auf Wikipedia. 
Es geht in seinem Roman um den jungen Wiener Historiker Max Schreiber, der im Jahr 1950 in ein kleines Tiroler Bergdorf kommt um ein Buch über eine vermeintliche Hexenverbrennung zu schreiben. Doch er ist nicht willkommen, die Leute sind misstrauisch und er wird gemieden. Er verliert sich in der Liebe zu Maria, einer jungen aber stummen Frau, um die jedoch auch ein anderer wirbt. Als ein Bauer auf mysteriöse Weise ums Leben kommt und Lawinenabgänge mehr als 260 Tote fordern, gerät Schreiber unter Mordverdacht und verschwindet spurlos.

Mehr als ein halbes Jahrhundert später reist ein John Miller, ein älterer Amerikaner nach Österreich, um Näheres über das Verschwinden seines Cousins Max herauszufinden. Er geht dafür jeden Tag in das Innsbrucker Landesarchiv und liest in dem Manuskript, welches nach dem Verschwinden von Max in seinem Zimmer im einzigen Gasthaus des Ortes gefunden wurde.

Mir gefielen die beiden Zeitstränge. Die in der Miller in der Ich-Form erzählt und die von Max, wenn er sich in dessen Manuskript vertieft. 

Auch das Ende war für mich stimmig und auch überraschend. 

Also definitiv eine Empfehlung. Gerade jetzt, in den Grau-in-grau-November-Tagen eine passende Lektüre, die einen fesselt und den Alltag vergessen lässt.

Es gibt sogar einen Buchtrailer auf dem Youtube-Kanal von Gerhard Jäger.