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Der Gesang der Flusskrebse

Die Autorin, Delia Owens, erzählt die Geschichte der Protagonistin Kya Clark sehr detailreich und malerisch, was es für mich, jemand der in Bildern denkt, sehr anschaulich gemacht hat. Ich konnte mir genau vorstellen, wie es dort in dem Marschland an der Küste North Carolinas, wo Kya in einer schäbigen Hütte alleine aufwächst, aussehen muss. Im zarten Alter von sechs Jahren wird sie von ihrer Familie verlassen. Zunächst flieht Ma, ihre Mutter, vom alkoholsüchtigen Ehemann, dann verschwinden nach und nach ihre vier Geschwister und schließlich macht sich auch noch Pa, ihr cholerischer und gewalttätiger Vater aus dem Staub. Kya lernt zu überleben und mit der Einsamkeit umzugehen. Sie wächst zu einer gutaussehenden jungen Frau heran, die allerdings ihr Leben lang andere Menschen meidet und daher von den Bewohnern des Dorfes Barkley Cove von Beginn an als das Marschmädchen bezeichnet wird.

Es gibt zwei Männer, die in ihrem Leben eine Rolle spielen: Tate, der sie schon in jungen Jahre unterstützt und ihr das Lesen und Schreiben beibringt und später dann Chase Andrews, der coolste Junge im Dorf, der aus einer angesehenen Familie stammt. Mit beiden hat sie eine Beziehung, aber Tate verschwindet eines Tages und Chase kommt unter mysteriösen Umständen zu Tode. Kya wird des Mordes verdächtigt und es folgt ein nervenaufreibender Prozess.

 

Mich hat dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann gezogen. Apropos Ende, das war dann doch überraschend ;-)

 

Delia Owens ist übrigens nicht nur eine US-amerikanische Schriftstellerin, sondern auch Zoologin. Sie hat mit ihrem Mann Mark, ebenfalls ein Zoologe und Biologe, sieben Jahre in der Kalahari-Wüste, einer der abgelegensten Wüsten der Welt gelebt und mit ihm zahlreiche wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht und drei Bücher geschrieben. Der Gesang der Flusskrebse ("Where the Crawdads Sing) war ihr erster Roman. Heute lebt sie in den Bergen von North Carolina.

 

Es war wieder ein Buch aus unserer Literaturrunde.